Unternehmen in der Region Ludwigsburg-Rems-Murr mit gedämpften Erwartungen für 2026

Prochaska: „Die Ergebnisse der Umfrage sind ein klares Zeichen für ungünstige Rahmenbedingungen und mangelnde Planbarkeit“

Erstellt am: 02.03.2026

LUDWIGSBURG – Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie (M+E) im Rems-Murr-Kreis, in der Region Ludwigsburg und im Altkreis Leonberg bleibt nach wie vor eingetrübt. „Unsere Unternehmen kämpfen weiterhin mit multiplen Krisen, den Herausforderungen der Transformation sowie nicht wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen“, sagte Dr. Michael Prochaska, Vorsitzender der Südwestmetall Bezirksgruppe Ludwigsburg-Rems-Murr, am Freitag in Ludwigsburg anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen.

Nur gut ein Fünftel der M+E-Unternehmen bewertet in der Umfrage den aktuellen Auftragsbestand als gut, während rund 40 Prozent von einer schlechten Auftragslage sprechen. Auch im Vergleich zu den vergangenen sechs Monaten ergibt sich kein positives Bild: Lediglich rund jeder zehnte Betrieb verzeichnet steigende Auftragseingänge, während mehr als ein Drittel rückläufige Orders meldet.

Die Geschäftserwartungen für das Jahr 2026 fallen entsprechend negativ aus, rund ein Drittel rechnet mit einer weiteren Verschlechterung, lediglich 17 Prozent mit einer Verbesserung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Personalplänen wider. Lediglich fünf Prozent der Betriebe rechnen für 2026 mit einem Beschäftigungsaufbau, während knapp die Hälfte von rückläufigen Belegschaftszahlen ausgeht. „Entlassungen sind für unsere Unternehmen stets das letzte Mittel – erst wenn Instrumente wie der Abbau von Zeitkonten, Kurzarbeit und natürliche Fluktuation ausgeschöpft sind“, betonte Prochaska.

„Besorgniserregend ist auch die Entwicklung bei den Investitionen. Ein Drittel der Unternehmen plant derzeit keinerlei Investitionen“, so der Bezirksgruppen-Vorsitzende. „Ein klares Zeichen für ungünstige Rahmenbedingungen und mangelnde Planbarkeit.“

Für den stellvertretenden Vorsitzenden der Bezirksgruppe, Hanno Höhn, ist der Auftrag an die Politik klar: „Sie muss endlich Rahmenbedingungen schaffen, die unserem Standort seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgeben. Die Unternehmen haben sehr klar benannt, was sie benötigen: weniger Bürokratie, bezahlbare Energie und eine nachhaltige Sanierung der sozialen Sicherungssysteme.“

„In diesem Zusammenhang sehen wir auch die kommende Landesregierung in einer besonderen Verantwortung. Stuttgart verfügt über Gewicht – sowohl in Berlin als auch in Brüssel. Wir erwarten von einem neuen Ministerpräsidenten, dass dieser Hebel aktiv genutzt wird, um die Interessen des Industriestandorts zu vertreten“, schließt Höhn.
 

Info: Der Arbeitgeberverband SÜDWESTMETALL ist einer der größten industriellen Arbeitgeberverbände Deutschlands. Er vertritt in Baden-Württemberg die arbeitsrechtlichen, tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von mehr als 1.600 Mitgliedsbetrieben der Metall- und Elektroindustrie. Die Bezirksgruppe Ludwigsburg-Rems-Murr als eine von insgesamt 12 regionalen Vertretungen betreut rund 269 Mitgliedsbetriebe mit knapp 71.400 Beschäftigten im Landkreis Ludwigsburg und dem Rems-Murr-Kreis.

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Michael Kempter

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